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affiliate links und kennzeichnung

Posted in internetrecht

kennzeichnung für affiliate links?

 

Der ein oder andere schaltet auf seiner Website Werbung und arbeitet auch mit sogenannten affiliate links. Das ist eine schöne und einfache Möglichkeit auf andere Dienstleistungen oder Produkte hinzuweisen und natürlich auch eine Möglichkeit Einnahmequellen zu generieren. Doch es geht dabei natürlich auch um denjenigen, der Deine Seite besucht, Deinen Blog liest. Kann er erkennen, dass es sich um Werbung handelt ? Und viel wichtiger für Dich: muss er das erkennen können ? Also musst Du in irgendeiner Form darauf hinweisen, dass es sich um Werbung handelt ? Du ahnst es schon – es gibt kaum einen Bereich, in dem es nicht rechtliche Fallstricke gibt. Aber der Reihe nach.

affilate link – was ist das überhaupt?

Viele wissen vermutlich, was ein affiliate link ist, dennoch möchte ich ihn nochmal kurz definieren. Ein affiliate link ist ein Link, der auf einer Website eingebunden wird und der auf eine Seite führt, auf welcher Waren/ Leistungen beworben/ verkauft werden. Im Gegenzug für die Verlinkung erhält man – dies ist die enge Definition des affiliate links -eine Gegenleistung. Eine schöne und kurze Beschreibung rund um Affiliate Marketing findet sich hier: http://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/affiliate-marketing

werbung – was ist das nun wieder?

Klar, Werbung ist, wenn jemand über Text, Bild u.ä. versucht, sein Produkt oder seine Dienstleistung schmackhaft zu machen. Uns zu einer Kaufentscheidung zu bewegen. Bei uns Juristen klingt das dann zum Beispiel so:

“Werbung jede Äußerung bei der Ausübung eines Handels, Gewerbes, Handwerks oder freien Berufs mit dem Ziel, den Absatz von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen, einschließlich unbeweglicher Sachen, Rechte und Verpflichtungen, zu fördern” (Art 2a RL zu irreführender und vergleichend Werbung 2006/114/EG)

Und es kommt bei der Einstufung als Werbung nicht darauf an, ob für die Äußerung über das Produkt ein Entgelt gezahlt oder eine sonstige Gegenleistung erbracht wird. Zudem muss Werbung klar vom redaktionellen Inhalt getrennt und gekennzeichnet sein, sogenanntes Trennungsgebot.

Soweit die Theorie für die “alten“ Medien wie den klassischen Print- und TV-Bereich.

Doch was gilt für die neuen Medien?

Auch hier gilt das Trennungsgebot. Für Telemedien bestimmt das Gesetz kurz und knapp

“kommerzielle Kommunikationen müssen klar als solche erkennbar sein“ (§ 6 TRG I Nr.1)

Das Trennungsgebot ergibt übrigens auch aus dem Wettbewerbsrecht. Wobei dort die Schutzrichtung eine etwas andere ist.

Gut. Damit ist klar: ein affiliate link,  für dessen Setzen Du ein Entgelt oder eine andere Gegenleistung erhältst, muss als Werbung gekennzeichnet werden.  Doch was ist mit den affiliate links im weiteren Sinne, also solchen, für deren Setzen Du kein Entgelt bzw. keine Gegenleistung erhältst? Da beginnt es unklar zu werden. Wenn Du in einem redaktionellen Teil auf andere Unternehmen/ Produkte beispielhaft verweist, ohne den Absatz des Produktes fördern zu wollen und das Produkt aktiv zu bewerben, dürfte eine Kennzeichnung nicht nötig sein. Eine Grauzone bleibt natürlich. Der kann man nur entkommen, indem man vorsichtshalber eine Kennzeichnung vornimmt. Immer kennzeichnen würde ich Links, die ohne Zusammenhang zu Deinen Inhalten stehen und solche zu Seiten, die Du in Deinen Texten und Inhalten ganz klar Beirats, um den Absatz zu fördern.

wie muss ein affiliate link gekennzeichnet werden?

Nun, das hängt – wie der Jurist so und zu oft sagt – von Einzelfall ab. Üblich ist aber einen affiliate link mit “Werbung“ zu kennzeichnen. Wichtig ist in diesem Kontext, dass die Kennzeichnung natürlich responsive tauglich sein sollte, also auch auf mobilen Endgeräten, angezeigt wird. Denkbar ist zum Beispiel, dass Du den Link mit einem Sternchen versiehst und weist in der Legende dann darauf hin, dass es sich um Werbung / einen affiliate link handelt. Dabei sollte die Erklärung in der Nähe des Links zu finden sein und nicht irgendwo in der “hinterletzten Ecke“ der Seite. Denkbar ist auch den Hinweis in Klammern hinter dem Link einzufügen.

was droht bei fehlender kennzeichnung?

Verstößt man gegen die gesetzlichen Vorgaben, insbesondere das Telemediengesetz, kann eine aufsichtsbehördliche Maßnahme wie zum Beispiel ein Bußgeld drohen. Daneben – und das ist meines Erachtens die größere (und teurere) Gefahr- kann ein Verstoß zu einer Abmahnung durch Wettbewerber führen. Auf eine solch solltest Du übrigens – egal in welchem Zusammenhang Du abgemahnt wirst – keinesfalls überhastet, hektisch und ohne vorher juristischen Rat eingeholt zu haben reagieren. Denn oftmals sind die Abmahnungen nicht berechtigt, die geforderten Summen zu hoch und die beigefügten Unterlassungserklärungen zu weitgehend.

 

 

 

3 Comments

  1. Michael
    Michael

    Hmmm, und was wenn man bereits Affiliateseiten hat mit etlichen Unterseiten, die seit Jahren bestehen? Die Arbeit, hunderte Textartikel im Nachhinein zu durchforsten und alle Links zu kennzeichnen… das stelle ich mir spaßig vor. Wie würde es sich denn mit einer “Generalkennzeichnung” verhalten? Ist sowas rechtlich möglich in so einem Fall?? Und wie würde die aussehen??

    01/10/2015
    |Reply
    • Michael
      Michael

      Ich füge mal meinem eigenen Kommentar etwas hinzu: Inzwischen nutzt man ja häufig diesen Cookie-Hinweis, der sich beim ersten Besuch einer Seite von oben einblendet. Angenommen, man ergänzt dort den üblichen Text mit “… und nutzt Werbelinks von Affiliatepartnern” und verlinkt noch z.B. aufs Impressum, wo nochmal ein kleiner Hinweis zu Werbelinks/Amazon Partnerprogramm steht. Wie würde es sich mit solch einem Vorgehen verhalten?

      04/10/2015
      |Reply
      • raehenpart
        ch

        Hallo Michael,
        zunächst einmal erlaube mir den Hinweis, dass meine Antwort natürlich weder eine Rechtsberatung darstellt noch eine solche darstellt und lediglich eine Orientierung bieten soll. Auf der rechtlich sicheren Seite wirst Du nur sein, wenn Du jeden Affiliate Link als Werbung kennzeichnest.Deine Idee kann man sicherlich auf rechtliche Konsistenz prüfen und ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass diese ein guter Lösungsansatz sein könnte.

        05/10/2015

interagiere

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