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selfhoster vs. bloghoster

Posted in internetrecht, and urheberrecht

Soll ich meinen Blog als Solopreneur selber hosten oder fremdhosten und was hat das eigentlich mit Recht zu tun?

Viele Solopreneure haben bereits einen Blog oder überlegen, einen einzurichten. Und fragen sich, ob sie ihn selber hosten oder lieber bei einem Anbieter wie blogger.de (sog. Bloghoster) hosten sollen.
Es gibt viele Gründe für und gegen den ein oder anderen Weg. Aber Überlegungen zu rechtlichen Aspekten …. nun, die macht sich an der Stelle wohl kaum jemand. Und doch ist es ein durchaus rechtlich relevantes Thema. Das zudem Auswirkungen auf Deine Inhalte haben kann.
Der Unterschied zwischen dem Selfhoster und dem Bloghoster ist technisch klar: beim eigenen Hosting legst Du Deinen Blog auf Deinen eigenen Server oder den Deines Webhosters und installierst dort eine Blogsoftware wie zum Beispiel WordPress. Beim Fremd-Hosting/ Bloghoster hingegen liegt Dein Blog direkt beim Bloghoster auf dem Server, also zum Beispiel bei blogger.de. Die Blog-Adresse lässt dann in der Regel auch den Bloghoster erkennen. Unsere würde recht-fuer-solopreneure.blogger.de lauten.
So weit so klar. Du willst natürlich alles bloggen, was Dir gefällt und auch darüber bestimmen, wer diese Inhalte nutzen und “weiterverwenden” darf.
Und genau da kann das Problem beim Bloghoster liegen. Die Anbieter haben natürlich Nutzungsbedingungen, welchen man zum Einrichten eines Accounts in der Regel zustimmen muss. Die Bloghoster lassen sich oftmals umfangreiche Rechte an den Inhalten, die Du bloggst, einräumen. Du räumst also weitgehende Nutzungsrechte ein.

Na gut, magst Du denken, habe ich ja kein Problem mit. Selbst wenn dem so sein sollte – ich selber zum Beispiel möchte sehr gerne selber bestimmen, wer in welchem Umfang meine Inhalte verwenden darf – erlaube mir die Frage: verwendest Du nur eignen Inhalt in Deinem Blog? Stellst Du nicht auch mal Inhalte Dritter oder ein Foto ein? Genau da fangen die rechtlichen Probleme an. Nehmen wir folgendes an: Du hast von einem Fotografen ein Foto machen lassen und Dir sind die Rechte für die Verwendung auf der eigenen Website eingeräumt worden, nicht jedoch das Recht unbegrenzte Lizenzen/Rechte an Dritte zu übertragen. Letzteres geschieht aber häufig durch die Akzeptanz der Nutzungsbedingungen des Bloghosters. Damit fängt das Problem an. Mit dem Einstellen des Fotos überschreitest Du die Rechte, die Dir der Fotograf eingeräumt hat. Er kann Dich abmahnen und auf Schadenersatz in Anspruch nehmen. Und das kann teuer werden. Du hast also nur die Möglichkeit, es darauf ankommen zu lassen oder auf das Einstellen des Fotos zu verzichten, wenn Du Dich rechtstreu verhalten möchtest. Hast Du Deinen Blog hingegen selber gehostet, kann Dir das nicht passieren, da Du ja in unserem Beispielhaft das Recht vom Fotografen erhalten hast, das Foto für eigene Zwecke zu verwenden. Und Dritten räumst Du mit dem Einstellen des Fotos in Deinem eigen-gehosteten Blog keine Rechte ein (dazu folgt demnächst ein eigener Beitrag).

Meine Empfehlung für Dich als Solopreneuer und auch jeden anderen ist klar: hoste Deinen Blog selber. Nur so kannst Du (Nutzungs-)Rechte weitgehend selber kontrollieren und vergeben und rechtlichen Problemen aus dem Weg gehen.

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